Radiologie-Forschungsplattform: Wie RACOON und Firemetrics Bildgebungsdaten in allen Unikliniken für multizentrische Studien nutzbar machen
- Julia van Holt

- vor 4 Tagen
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Mit RACOON („Radiological Cooperative Network“) baut Deutschland eine der weltweit ambitioniertesten Radiolgie-Forschungsplattformen in der universitären Medizin – und Firemetrics stellt das technologische Backend dafür bereit. RACOON ist eine Infrastruktur des Netzwerk Universitätsmedizin (NUM), das alle deutschen Universitätskliniken vernetzt, um medizinische Bilddaten schnell und effizient für die Forschung nutzbar zu machen. Ziel ist eine bundesweite, benutzerfreundliche Radiologie-Forschungsplattform, die mono- und multizentrische Studien beschleunigt und die optimale Nutzung klinischer und wissenschaftlicher Daten - insbesondere für KI-Analysen - ermöglicht.
Firemetrics liefert das technologische Backend für die Plattform und alle Forschungsstandorte. Damit erfolgt erstmals ein bundesweiter Rollout von Firemetrics in der deutschen Universitätsmedizin.
Was RACOON mit der Radiologie-Forschungsplattform erreichen möchte
RACOON vernetzt die radiologischen Abteilungen aller Unikliniken über lokale RACOON-Nodes mit einer zentralen Umgebung („RACOON-CENTRAL“). Ziel ist es, Bildgebungsdaten, etwa CT- und MRT-Studien, strukturiert, sicher und forschungsfähig bereitzustellen.
Über RACOON sollen Forschende:
multizentrische Studien einfacher planen und durchführen,
strukturierte Befunddaten standortübergreifend auswerten,
KI-Modelle für Bildanalyse föderiert oder zentral trainieren können.
RACOON-CENTRAL wird damit zur „Single Source of Truth“ für Bildgebungs- und zugehörige klinische Daten in der Universitätsmedizin.
Die Rolle von Firemetrics im Projekt
Genau an dieser zentralen Stelle setzt Firemetrics an: Die Plattform stellt das interoperable Backend für RACOON-CENTRAL und alle RACOON Nodes bereit. Dazu gehören insbesondere:
ein FHIR-basierter Datenraum für Studien- und Metadaten,
eine relationale FHIR-Engine für performante, komplexe Abfragen,
die Anbindung an PACS- und Objektspeicher (z. B. DICOM/DICOMweb, S3),
Visualisierungs- und Dashboarding-Funktionalitäten.
Auf dieser Grundlage können Projektteams Daten standardisiert harmonisieren, qualitätsgesichert ablegen und in Echtzeit analysieren, ohne selbst eine hochkomplexe Dateninfrastruktur betreiben zu müssen. Über die No-Code-/Low-Code-Oberfläche von Firemetrics lassen sich außerdem Dashboards und Auswertungen erstellen, ohne tief in SQL oder FHIR einsteigen zu müssen.
Prof. Dr. med. Tobias Penzkofer, Mitkoordinator des RACOON Netzwerkes: „Die Entscheidung für Firemetrics basierte auf objektiven Performance Kriterien -insbesondere bei komplexen, standortübergreifenden Abfragen - und auf der Fähigkeit, einen einheitlichen Datenraum mit standardisierten Schnittstellen bereitzustellen, der Harmonisierung und Auswertung unterstützt, ohne zusätzliche technische Komplexität an den Standorten zu verursachen.“
Rollout an alle deutschen Universitätskliniken
Mit dem Ausbau von RACOON wurde Firemetrics in allen deutschen Universitätskliniken eingeführt. Damit entsteht ein einheitlicher Daten- und Analyse-Layer, auf den zukünftige NUM-Projekte und klinische Forschungsverbünde direkt aufsetzen können.
Für die Standorte bedeutet das:
ein zentrales und interoperables Backend statt vieler Insellösungen,
klar geregelte Governance und Zugriffskonzepte,
und eine Infrastruktur, die auf Wiederverwendbarkeit, Skalierung und Datenschutz ausgelegt ist.
Blaupause für andere Fachbereiche und den EHDS
Spannend ist RACOON nicht nur für die Radiologie: Das Projekt kann als Vorbild für andere Forschungsbereiche, etwa Onkologie, Pathologie oder Kardiologie, dienen, die vor ähnlichen Herausforderungen bei Datenhaltung, Interoperabilität und Auswertung stehen.
Auch über Deutschland hinaus hat RACOON Signalwirkung:
für andere Länder, die nationale Forschungsdatenräume aufbauen wollen,
und für den entstehenden European Health Data Space (EHDS), der genau solche interoperablen, standardbasierten und datenschutzkonformen Architekturen benötigt.
Mit RACOON zeigt die deutsche Universitätsmedizin, wie ein moderner, anonymisierter Datenraum für Bildgebung aussehen kann und Firemetrics liefert die technische Basis, damit dieser Datenraum nicht nur entsteht, sondern auch im Alltag von Forschung und Innovation genutzt werden kann.



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